Ein Mann hat versucht, sich umzubringen und wird von der Polizei verhört. Die Ermittler wollen ihm sein Geheimnis entreißen, es hat irgendwie mit einem kleinen, vietnamesischen Mädchen zu tun. Versteckt er sie? Ist sie weggelaufen? Lebt sie noch? Welche Beziehung hat er zu ihr? Ist sie seine Tochter, seine Geliebte womöglich? Eine immer abgründigere Geschichte entwickelt sich.
Chris (Jens Albinus) hat Kinder aus asiatischen Bordellen freigekauft und in Europa an adoptionswillige Eltern weiterverkauft - bis die kleine Jenjira bei ihm hängenbleibt, weil die Interessenten abspringen. Doch Chris will sie nicht wieder hergeben und kämpft mit seinen eigenen Motiven: Ist es nur Fürsorge für ein Kind, das niemand anderen hat, oder fühlt er sich zu dem Mädchen hingezogen?

Ausgerechnet die versoffen-depressive, vor Jahren vom Ehemann verlassene Kriminalerin Maggie, gespielt von Corinna Harfouch, kann den verschlossenen Chris langsam öffnen. Zwei Gescheiterte zeigen sich gegenseitig die Wunden, die sie sich auf dem Schlachtfeld der Liebe zugezogen haben.
Nach seinem Berlinale-Gewinner "Der freie Wille" über einen Vergewaltiger fasst Regisseur Matthias Glasner mit dem Thema Pädophilie erneut einen Tabubereich an. Wie er das tut, hat schon im Vorfeld Diskussionen ausgelöst, auch wegen des Filmtitels "This is love". Kann das, darf das Liebe sein? Glasner beschönigt nicht den Kindsmissbrauch, zeigt aber die Tragik eines Mannes, der etwas in sich spürt, was nicht sein darf. Er nähert sich einem möglichen Täter, einem zutiefst verstörten Menschen, der die Neigung in sich zu beherrschen versucht.
Immer wieder schreckt seine Hauptfigur vor sich selbst zurück - und vor zu viel Nähe. Und der Zuschauer erschrickt mit. Ein Film, der lange nachwirkt und zur eigenen Positionsbestimmung zwingt.
Drama
Deutschland 2009
Regie: Matthias Glasner
Darsteller: Corinna Harfouch, Herbert Knaup, Devid Striesow, Jürgen Vogel u.a.
Kinostart: 19.11.2009